Designsystem aus Komponenten

Ein Designsystem im Markendesign

Im Markendesign ist es unerlässlich, ein gut durchdachtes Designsystem zu entwickeln, das aus verschiedenen Komponenten und Eigenschaften besteht. Diese Komponenten und Eigenschaften können als Variablen und Konstanten in einem Designsystem definiert werden und flexibel eingesetzt werden, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu schaffen. Ein Designsystem sollte also ein flexibles Rahmenwerk sein, das die Gestaltung von Inhalten effektiver, konsistenter sowie auch flexibler macht.

Van Nes (2013) zeigt in ihrem Buch “Dynamic Identities” anhand von stark dynamischen Marken sehr gut, wie ein solches Designsystem aussehen kann:

Beispiel Brooklyn Museum (Van Nes, 2013)

Beispiel New Museum (Van Nes, 2013)

Komponenten eines Systems

Ein Designsystem kann viele verschiedene Komponenten und Eigenschaften umfassen, wie beispielsweise Formen, Farben, Schriften, Größen, Kompositionen, Designelemente, Grafiken, Bilder und Weiteres. Es gibt uns Designer:innen die Möglichkeit, jedes Element und jede Eigenschaft des Designs als eine Komponente zu betrachten sowie deren Anwendungsregeln bzw. Zusammenspiel zu definieren, um ein System zu entwickeln, das einfach zu verstehen und zu verwenden ist, sowie ein kohärentes Erscheinungsbild über alle Anwendungen hinweg schafft.

Ausschlaggebend ist die Dynamik

Ein flexibles Designsystem ermöglicht außerdem auch mehr Dynamik und Abwechslung im Design. Indem Designer:innen verschiedene Komponenten und Eigenschaften auf neue und unerwartete Weise kombinieren, können sie einzigartige und interessante Designs erstellen, die immer noch konsistent mit der Marke sind. Auf diese Weise bleibt das Design spannend und wird nicht langweilig durch wiederholte Verwendung der gleichen Elemente in derselben Anordnung.

Wiedererkennbarkeit durch Konsistenz

Besonders wichtig ist ein Designsystem für Unternehmen oder Organisationen, die eine konsistente Markenidentität aufrechterhalten möchten. Ein Designsystem stellt sicher, dass alle Marketingmaterialien, Verpackungen, Websites und andere Inhalte einheitlich aussehen und eine ähnliche Wirkung zeigen. Es erleichtert auch die Zusammenarbeit zwischen Designer:innen, Entwickler:innen und anderen Teammitgliedern, indem es ein gemeinsames Verständnis von Designprinzipien und -elementen im System schafft.

Beispiele von Designsystemen aus der Praxis

Zwei erfolgreiche Beispiele aus der Praxis sind Folgende:

  • Lufthansa hat ein umfassendes Designsystem entwickelt, das alle Aspekte der Marke umfasst, von der Farbpalette und Schriften bis hin zu den Bildern und dem Ton der Kommunikation. Das Designsystem stellt sicher, dass alle Materialien der Lufthansa einheitlich aussehen und sich anfühlen, von der Werbung bis hin zu den Bordkarten. Ein schönes Beispiel, wie Farben, Elemente, Schrift und Bildsprache in einem flexiblen System verwendet werden mit hohem Wiedererkennungswert: https://www.ci-portal.de/lufthansa-stellt-neues-markendesign-vor/
  • BASF hat ein umfassendes Designsystem entwickelt, das alle Aspekte des Corporate Designs umfasst. Das Designsystem umfasst eine klare Typografie, eine einheitliche Farbpalette und eine konsistente Bildsprache. Das Ergebnis ist eine Marke, die leicht zu erkennen ist und gleichzeitig flexibel genug ist, um auf verschiedene Materialien und Formate und für diverse Bereich angewendet zu werden. Im Brandportal von BASF kann man sich ein genaueres Bild des Designsystems machen: https://brandportal.basf.com/global/de/create/corporate-design.html

Diese Beispiele zeigen, wie Designsysteme dazu beitragen können, eine konsistente Markenidentität zu gewährleisten aber trotzdem eine hohe Flexibilität und Dynamik bei der Gestaltung zu ermöglichen.

Tipps für dein nächstes Markendesign

  • Gestalte das zentrale Elemente der Marke – das Logo
  • Definiere Farben, Formen, Schriften, Designelemente und Bildsprache der Marke
  • Definiere anhand von ersten Entwürfen für zB. Visitenkarte, Briefpapier, Flyer oder auch Screendesign, ein Zusammenspiel der oben erwähnten Komponenten im Design
  • Hinterfrage, wie die einzelnen Komponenten sich über die Entwürfe hinweg “verhalten”. Ergeben sich wiederkehrende Kombination aus Eigenschaften und Komponenten?
  • Gib den Farben der Farbpalette spezielle Einsatzbereiche. Lege fest, welche Farbe wofür zum Einsatz kommen kann.
  • Definiere ein Schriftsystem für Überschriften, Fließtext und Akzente. Lege für jedes Element Schriftart, -schnitt und -größe fest.
  • Wenn du ein Logo gestaltest, dann definiere auch Logovarianten, die in speziellen Situationen zum Einsatz kommen können.
  • Lege bestimmte Designelemente und eine Bildsprache fest. Stelle sicher, dass die definierte Formensprache konsistent verwendet wird.
  • Gestalte Drucksorten oder Screendesigns auf Basis deiner definierten Regeln. Achte darauf, dass alle Elemente konsistent genutzt werden.

Literaturtipps Brand Design

  • Irene Van Nes: Dynamic Identities: How to Create a Living Brand
  • Wanda Grimsgaard: Design and Strategy: A Step-By-Step Guide
  • Alina Wheeler: Designing Brand Identity: An Essential Guide for the Whole Branding Team

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